Girl

Lukas Dhont

"Girl" (Regie: Lukas Dhont)

  • 18:30 Uhr

Im Rahmen der Flämischen Woche in NRW.

Lara sieht aus wie eine junge Frau, bewegt sich wie eine junge Frau und hat Träume wie eine junge Frau. Geboren wurde sie allerdings vor 15 Jahren als Victor. Zwei Ziele verfolgt sie: eine professionelle Ballerina werden und eine Geschlechtsanpassung. Der Vater unterstützt beide Vorhaben, aber ihre pubertätsbedingte Ungeduld und Frustration lassen sie zunehmend verzweifeln, zumal beide Träume sich gegenseitig zu behindern scheinen. Die strenge Disziplin in der renommierten Brüsseler Ballettschule, wo sie probehalber aufgenommen wird, und ihre mangelnde Erfahrung machen Lara zu schaffen. Aus medizinischen Gründen muss sie zudem noch lange auf die ersehnte Operation warten, was für die Jugendliche besonders schwer zu ertragen ist. Dabei hat Lara auch Glück. Vater und Bruder unterstützen sie, und auch ihre sonstige Umgebung agiert vorwiegend positiv, verständnis- und rücksichtsvoll, abgesehen von wenigen, pubertären und wahrscheinlich unbeabsichtigten, schmerzvollen Demütigungen. Vordergründig dreht sich alles um den Körper und die Arbeit damit: um das Geschlecht, die Veränderungen, sexuelles Erwachen und immer wieder um den Tanz und das eiserne Balletttraining. Mit der nötigen Sensibilität beobachtet der Film jedoch präzise, mitfühlend und liebevoll vor allem die innere Spannung und Unsicherheit des Teenagers und den Weg zu einer dramatischen Entscheidung.

Der flämische Regisseur Lukas Dhont studierte an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Gent. Sein Debüt als Regisseur und Drehbuchautor gab er mit dem Kurzfilm "Corps perdu" im Jahr 2012. Im selben Jahr wurde sein Kurzfilm "Huid van glas" veröffentlicht. Im Jahr 2014 schrieb und inszenierte er den Kurzfilm "L'Infini", der beim Filmfestival in Gent den "Preis für den besten belgischen Schülerkurzfilm" gewann. Sein erster Spielfilm, "Girl," für den er auch das Drehbuch schrieb, wurde für das 21. Filmfestival von Cannes in der Rubrik "Un certain regard" ausgewählt und im Dezember 2018 im Rahmen des Europäischen Filmpreises als Bester Erstlingsfilm ausgezeichnet.

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