Martin Margiela in Berlin
Seit seinem Abschied von der Modewelt im Jahr 2008 widmet Martin Margiela sich vollständig seiner künstlerischen Praxis. Im Mittelpunkt stehen dabei der menschliche Körper, Materialität und die Transformation vertrauter Alltagsgegenstände.
Auch für seine aktuelle Ausstellung bei Konrad Fischer wird der Raum selbst Teil der Erfahrung. Durch neu eingezogene Wände und blickdichte Folien entstehen intime, voneinander getrennte Bereiche. Sichtachsen werden unterbrochen und Besucher:innen sowie Kunstwerke erscheinen und verschwinden. So entsteht ein spannendes Spiel zwischen menschlicher Präsenz und Abwesenheit.
Das Herzstück der Ausstellung ist „Audience (2026)”: eine monumentale Wand aus ausrangierten Kinositzen, deren ursprüngliche Polsterung durch Abgüsse aus Gips und Acryl ersetzt wurde. Daneben verwandelt Margiela vertraute Dinge wie Kleiderbügel, Fliesen, Magazine, Unterwäsche, Möbel und Teppiche. Unvermittelt tauchen dazwischen Bilder von Köpfen, Haaren und Gesichtern auf, die gleichzeitig vertraut und irritierend wirken.
Martin Margiela (* 1957) ist ein Modedesigner, Künstler und Gründer des Luxusmodehauses Maison Margiela. Margielas erste Einzelausstellung fand 2021 in der Lafayette Anticipations Foundation in Paris statt und wanderte anschließend nach Peking (M Woods Foundation, 2022) und Seoul (Lotte Museum, 2023). Zu den jüngsten Einzelausstellungen zählt „Martin Margiela” im Kudan House in Tokio (2026). Margielas Werke waren zudem in den Gruppenausstellungen „L’Homme qui Marche” in der Kunsthalle Bielefeld (2019–2020) und „No Angels” in den Berliner Wilhelm-Hallen (2023) zu sehen. Im Jahr 2024 wurde eine neu in Auftrag gegebene Skulptur mit dem Titel „Blinds” im Rahmen von „Kunst in de Stad” dauerhaft im Zentrum von Antwerpen ausgestellt.