It's going to get worse and worse and worse, my friend

Voetvolk, Lisbeth Gruwez

Lisbeth Gruwez, "It's going to get worse and worse and worse, my friend" © Luc Depreitere

2019 finden die Internationalen Schillertage bereits zum 20. Mal statt. Das Festival verknüpft die internationale zeitgenössische Kunstszene produktiv mit dem eigenen Standort, der Stadt Mannheim und der Metropolregion Rhein-Neckar. Sie sind lokal und international, zeitgenössisch und traditionsverbunden zugleich.

Der apokalyptische Titel der Arbeit von Ausnahmeperformerin Lisbeth Gruwez und ihrer Gruppe Voetvolk verkündet wenig Gutes. Tatsächlich hat sich Gruwez an ein heikles Thema gewagt: Das manipulative Element der Rede, das sich schon viele, vom Revolutionsführer bis zum Fernsehprediger, zunutze gemacht haben. Von Beginn an hat die schmale androgyne Erscheinung die Bühne unter Kontrolle und alle Aufmerksamkeit fest auf sich gezogen. Durch immer temporeichere reduzierte Bewegungen und Gesten steigert sich Gruwez’ Energielevel zusehends. Beeindruckend ist dabei auch ihre Interaktion mit der Musik, die sie antreibt: Sound wie auch eingespielte Sätze des amerikanischen TV-Evangelisten Jimmy Swaggart werden förmlich von ihrem Körper aufgesogen. Worte und Inhalt verblassen vor der unbändigen Faszination des tranceartigen Zustands, dem sich die Tänzerin hingibt.

Die flämische Tänzerin und Choreographin Lisbeth Gruwez gründete ihre Tanzgruppe Voetvolk zusammen mit dem Musiker Maarten Van Cauwenberghe im Jahr 2007 und ist seitdem weltweit mit ihren Produktionen gefragt. Das Königliche Museum der schönen Künste Antwerpen, das 2019 neu eröffnet, lud das Ensemble für die kommenden fünf Jahre als company-in-residence ein.

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