Rock around Barock

Ben Van Cauwenbergh, Aalto Ballet Essen

Ben Van Cauwenbergh © Saad Hamza

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Uraufführung am 27. April 2019

Wie passen klassischer Tanz und Rockmusik zusammen? Hervorragend, findet Ben Van Cauwenbergh, der in Antwerpen geborene Intendant des Aalto Balletts, der am Aalto-Theater mit seiner „Tanzhommage an Queen“ längst schon einen begeistert aufgenommenen Beweis dafür geliefert hat. Mit der Wiesbadener Rockband Mallet arbeitet er seit über 20 Jahren zusammen. Grund genug, die drei Musiker an die Ruhr einzuladen, um mit ihnen einen Ballettabend der besonderen Art auf die Beine zu stellen.

Gemeinsam mit der Compagnie des Aalto-Balletts geht Mallet auf eine Entdeckungsreise durch die Musik- und Tanzgeschichte. Dabei plant Ben Van Cauwenbergh nichts weniger als eine spannende Konfrontation von Klassik und Moderne! War das Tanzen im Barockzeitalter bei Hofe noch eine sehr strenge, peinlich genaue Angelegenheit, ist spätestens im 20. Jahrhundert der höchst individuelle, persönliche Stil in Mode gekommen. Brauchte man vor 200 Jahren noch ein Orchester, wenn man tanzbare Musik wollte, reicht heute der Griff ins CD-Regal oder ganz einfach zum Handy. Und während sich eine Hofdame von Ludwig XIV. umständlich in Korsett und Reifrock schnüren musste, ist es heute jedem freigestellt, Clubs und Partys auch in Jeans und T-Shirt zu besuchen. Menuett, Gavotte und Passepied, aber auch Polka, Cha-Cha-Cha, Foxtrott und Jive waren zu ihrer Zeit der letzte Schrei und allgemein geläufig. Heute ist man bei Bällen oder Galas ohne den vorherigen Besuch einer Tanzschule hingegen verloren.

Aber wie groß sind diese Veränderungen tatsächlich? Ging es früher wirklich spießiger zu? Waren Tanz und Musik weniger frei als im 21. Jahrhundert? Existiert die Trennung „unterhaltsam“ und „ernst“ auch außerhalb unserer Köpfe? Mit einem Augenzwinkern spürt Ben Van Cauwenberghs Ballettabend all diesen Fragen nach, konfrontiert humorvoll die Klassik mit der Moderne und lässt dabei natürlich auch die emotionalen und sinnlichen Momente der Tanzgeschichte nicht zu kurz kommen.

Im Herbst 2008 trat Ben Van Cauwenbergh sein Amt als Ballettdirektor am Aalto-Theater an und ist mit der Spielzeit 2013/2014 zum Ballettintendanten ernannt worden. Der gebürtige Antwerpener erhielt als Sohn der Tänzerin Anna Brabants („Geschwister Brabants“) bereits frühzeitig Ballettunterricht und nach seiner Ausbildung am Staatlichen Institut für Ballett ein erstes Engagement beim Königlichen Ballett von Flandern. 1976 errang er beim internationalen Ballettwettbewerb von Varna die Silbermedaille sowie die Goldmedaille beim renommierten Prix de Lausanne. Von 1978 bis 1984 war er Erster Solist des London Festival Ballet (heute English National Ballet) und tanzte unter der Direktion von Beryl Grey und John Field zahlreiche Hauptrollen. 1984 kehrte er an das Königliche Ballett von Flandern zurück und wurde vom Magazin Dance and Dancers zum Tänzer des Jahres gewählt. 1987 wechselte er als Erster Solist zum Ballett von Bern, 1989 als Ballettdirektor und Chefchoreograf nach Luzern. Von 1992 bis 2007 arbeitete er als Ballettdirektor und Chefchoreograf am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Seine von der klassischen Ästhetik geprägten und dabei zeitgenössische Tanzelemente integrierenden Arbeiten bilden weltweit Repertoire-Bestandteile der Ballett-Compagnien. In Essen waren und sind seine Kreationen „La vie en rose“, „Carmen/Boléro“, „Irish Soul“, „Tanzhommage an Queen“, „Romeo und Julia“ und „Der Nussknacker“ zu erleben, die sich eines enormen Publikumszuspruchs erfreuen – auch auf Tourneen der Aalto-Compagnie, u. a. in Korea, Spanien und Italien. In dieser Saison choreografiert Ben Van Cauwenbergh „Schwanensee“ und bringt mit „Moving Colours“ eine Uraufführung der Compagnie-Mitglieder Armen Hakobyan und Denis Untila heraus.

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