Mamma Medea

von Tom Lanoye, Regie: Pınar Karabulut

Tom Lanoye © Arthur Los

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Premiere am 27. Februar 2020

Ein Blick, der trifft. Medea begegnet in Kolchis Jason, Anführer der Griechen und Stellvertreter der Kultur. In ihres Vaters Aietes’ Volk begegnet man ihm feindsinnig. Mit seinen Gefährten wähnt er sich unter Barbaren. Fremd ist er dagegen Medea und sie verfällt seinem Reiz des Anderen. Aietes und ihre Schwester Chalkiope verratend, steht sie ihm bei seiner Prüfung um das Goldene Vlies bei: Soldaten, die dem Feld entwachsen, tötet er allesamt und nimmt Medea mit sich nach Korinth. Auf Basis von Euripides’ Tragödie kennt die Überschreibung des flämischen Autors und Dramatikers Tom Lanoye zwei Täter, die Schuldigen einer Ehe.

Fremdsein ist eine Frage der Perspektive im Spannungsfeld von Sicht-/Unsichtbarkeit und Repräsentation. Nach "Die Hand ist ein einsamer Jäger" stellt Pınar Karabulut sich erneut dem Geschlechterkampf wie den Blickregimen einer weißen Herrschaftsklasse, um Verstörendes offenzulegen, Blicke neu zu lenken, Sinngebungen zu hinterfragen und Sinnlich-Skurriles ans Licht zu bringen.

Tom Lanoye ist einer der meistgelesenen Autoren Flanderns. Er ist ein literarischer Alleskönner, der nicht nur Romane, sondern auch Bühnenstücke, Kolumnen, Essays und Gedichtbände veröffentlicht. Bekannt wurde er in der Theaterwelt für seine Neufassung (zusammen mit Regisseur Luk Perceval) von Shakespeares Königsdramen. 1999 wurde sie auf Deutsch unter dem Titel "Schlachten" als Marathon aufgeführt, und 2016 inszenierte das Theater Freiburg das Stück neu. Sein Stück "Gas. Plädoyer einer verurteilten Mutter" wurde 2017 am Theater Bremen aufgeführt und wurde danach u.a. auch am Staatstheater Mainz inszeniert.

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