Mephisto

nach Klaus Mann von Tom Lanoye, Regie: Andrea Moses

Mecklenburgisches Staatstheater, "Mephisto" © Silke Winkler

  • 19:30 Uhr
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Klaus Manns Kultroman „Mephisto“ erzählt die Geschichte eines Schauspielers, der unter den Nazis zu einem gefeierten Bühnenstar wird. Als reales Vorbild seines fiktiven Protagonisten und Mephisto-Darstellers, der selbst einen Pakt mit dem Teufel eingeht, diente dem Autor die spätere Schauspiellegende Gustaf Gründgens. Repräsentant „eines durchaus komödiantischen, zutiefst unwahren, unwirklichen Regimes“, wird dieser Schauspieler das faszinierende, glamourös-dämonische Zentrum einer exemplarischen Geschichte über das Verhältnis von Kunst und Macht, über Opportunismus und Widerstand.

1936 im Exil erschienen, stellt Manns „Roman einer Karriere“ die frappierend aktuelle Frage nach der moralischen und gesellschaftlichen Verantwortung des Künstlers in Zeiten politischer Vereinnahmung. Die Bühnenbearbeitung von Tom Lanoye, aus dem Niederländischen übersetzt von Rainer Kersten, verstärkt das Modellhafte des Stoffs. Tom Lanoye läßt die Geschichte ausschließlich im Theater stattfinden, auf und hinter der Bühne, vor, während und nach Theaterproben. Während hier Theater gespielt wird – Goethe, Tschechow, Shakespeare – findet „draußen“, in der realen Welt, ein politischer Machtwechsel statt. Immer stärker dringt die neue politische Wirklichkeit in den fragilen Schutzraum der Kunst ein – bis die Politik die Bühne übernimmt.

Tom Lanoye: „Die zentrale Idee war die Einheit des Raumes: Alle Szenen sollten sich im Theater ereignen, um ein doppelbödiges Spiel von Proben und 'richtigem Leben' zu erzeugen … – ein Lied von Schein und Sein, ein Spiegelkabinett der Manipulation, Feigheit und Tapferkeit.“

Tom Lanoye ist einer der meistgelesenen Autoren Flanderns. Er ist ein literarischer Alleskönner, der nicht nur Romane, sondern auch Bühnenstücke, Kolumnen, Essays und Gedichtbände veröffentlicht. Bekannt wurde er in der Theaterwelt für seine Neufassung (zusammen mit Regisseur Luk Perceval) von Shakespeares Königsdramen. 1999 wurde sie auf Deutsch unter dem Titel "Schlachten" als Marathon aufgeführt. 2016 inszenierte das Theater Freiburg das Stück neu. Sein Stück "Gas. Plädoyer einer verurteilten Mutter" wurde 2017 am Theater Bremen aufgeführt und danach u.a. am Staatstheater Mainz inszeniert.

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