Collegium Vocale Gent, Orchestre des Champs-Elysées & Philippe Herreweghe

Mozart: Sinfonie Nr. 41 "Jupiter" und "Requiem"

Collegium Vocale Gent © Michiel Hendryckx

Zufall oder Schicksal? An keinem Werk der Musikgeschichte lässt sich diese Frage so emotional erörtern wie an Mozarts unvollendetem Requiem. Denn was war das für eine dramatische Fügung! Beim Komponieren einer Totenmesse im Alter von nur 35 Jahren vom Tod persönlich die Feder aus der Hand genommen bekommen - das, was nach dem Stoff einer großen Tragödie klingt, ist Realität. Doch bei aller Legendenbildung und geheimnisumwitterten Auslegungen bleibt vor allem eins: Mozarts Musik, die zu den wohl berührendsten Vertonungen des Requiemtextes gehört. Gottes Zorn und Gottes Liebe, des Menschen Trauer, Furcht und Hoffnung - alles steckt darin und verströmt dabei etwas zutiefst Tröstliches. Sensiblere Interpreten als Philippe Herreweghe und seine exzellent in historischer Aufführungspraxis geschulten Ensembles kann man sich für dieses berühmte letzte Werk wohl kaum wünschen.

Der Flame Philippe Herreweghe gehört zu den wichtigen Protagonisten der historischen Aufführungspraxis. 1970, schon während seiner Studienzeit, gründete er das inzwischen international renommierte Collegium Vocale Gent. Kurze Zeit später kamen Nikolaus Harnoncourt und Gustav Leonhardt auf Herreweghe zu und fragten ihn, ob er Interesse hätte bei ihrer Gesamtaufnahme der Kantaten Johann Sebastian Bachs zu assistieren.

Bekannt wurde das Collegium Vocale später mit ihren eigenen, wegweisenden Aufnahmen der Bach-Kantaten. Ihr Repertoire ist jedoch umfassender als "nur" Bach: Es reicht von vorbarocker Musik bis Beethoven, Brahms und Bruckner. Dem Chor wurde 1989 ein auf Originalinstrumenten spielendes Ensemble zur Seite gestellt. Herreweghe leitet darüber hinaus das in Paris beheimatete Orchestre des Champs-Elysées und wurde nicht nur in Frankreich und Belgien für seine Verdienste ausgezeichnet sondern auch in Deutschland. Von der Stadt Leipzig erhielt der Dirigent die Bach-Medaille der Stadt, in Frankreich den Titel Chevalier de la Légion d’Honneur und Flandern zeichnete ihn als Kultur-Botschafter aus.

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